Montag, 22. Dezember 2008

Savannenwind - Kapitel 1


Die Sonne brannte heiß und unerbittlich. Von Horizont zu Horizont zog sich der hellblaue Himmel ohne auch nur ein Anzeichen von Wolken erkennen zu lassen. Durch Winde und Hitze spiegelten sich in der Ferne die weiten Silhouetten großer Städte und Paläste, sowie die Formen großer Oasen in der weiten Steinebene, welche eine Art künstliche Grenze zwischen der weiten Wüste und der Savanne bildete. In der Steinebene, die Einwohner nannten sie nur die „Jhap-tal“, lebten allerhand Tiere aus Savanne und Wüste gleichermaßen. Zahlreich, gefährlich und ungefährlich, fanden sie in der Jhap-tal ein reichhaltiges durch die planetare Evolution entstandenes Habitat. Obwohl die einheimische Bevölkerung durch jahrtausendelange Symbiose eine allmähliche Anpassung an die Flora und Fauna entwickelt hatte, konnten Außenstehende nur mit guter Vorbereitung und einem ortskundigen Führer überleben. Denn das Leben in der Jhap-tal war rau und hart. Nur wenige Stämme lebten in den kargen Tälern. Die meisten lebten in den fruchtbaren Ebenen der Savannenlandschaft der Ravi Shankar oder den gemäßigten Regionen der Nord- und Südhalbkugel des Planeten.
Es gab auch Elemente in der Jhap-tal, die nicht in dieses Bild passten. So zum Beispiel die auf einem Dünenkamm aufgereihte Gruppe von mehreren Gestalten, in Reih und Glied, die über die weite Steinebene der Jhap-tal vor ihnen auf die ferne Gebirgskette der dahinter liegenden Savanne blickten. Selbst dem alten, in der Jhap-tal jagenden Savannenlöwen, mehrere hundert Fuß weiter zur Linken, war klar, dass sich unter dieser Gruppe keine Nahrung für Ihn finden lassen würde. Dennoch war er neugierig und fragte sich was diese Wesen auf der Düne wollten. Hätte er die Sprache verstanden, hätte er sich einen Reim daraus machen können, so jedoch gelangweilt und verunsichert, fand er in an einem überdimensional großen Gecko mehr gefallen. Schnell entfernte er sich und jagte den Gecko in die Wüste, hinauf auf die Dünen.
„Hm, verdammt noch mal Junge, das ist nicht Khandrapur“, der erste Reiter, ein alter Soldat mit einem langen gewundenen Schnurrbart und einem sonnengebräuntem Gesicht nahm seinen Tropenhelm ab und wischte sich den Schweiß mit seinem Halstuch von Stirn und danach Dreck von der Sonnenbrille. Der zweite Reiter nährte sich ihm und runzelte die Stirn, während er seinen Sonnenbrille hob und sich im Sattel seines bionisch modifiziertem Reitpferdes aufstellte um einen besseren Überblick zu erhalten.
„Das bringt auch nichts“, schnaubte der Alte und schob sich einen Priem in den Mund. Der Andere, weitaus jünger, setzte sich zurück in den Sattel und zog einen Datenauspex aus der Reittasche.
„Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du mich vor den Anderen nicht mit `Du` anreden sollst, und wir haben uns nicht verfranzt. Wir sind auf der großen Düne, hier. Die Straße nach Khandrapur verläuft genau 10 Meilen weiter nördlich in diese Richtung“, er zeigte mit seiner behandschuhten Hand nach Norden auf die Gebirgskette und das Savannenland. Unter seinen Axeln färbte sich der beige Uniformstoff dunkel. Der Alte ritt einmal um ihn herum und blickte nach Norden.
„Wie du meinst, Lieutenant“, raunte er knapp, spukte in den Sand, wendete sein Pferd und gellte einen Befehl an den Reitertrupp.
„In zweier Reihe“, knurrte er und die zwanzig Reiter setzten sich wieder in Marsch. Die Wimpeln der Lanzen baumelten lustlos an den langen Stangen und machten den Eindruck jeden Moment abzufallen.
Der junge Lieutenant, sein Name war Gorm Harno, ritt noch mal auf den höchsten Punkt des Dünenkamms und sah zurück in die Wüste. Er wusste, es bestand die reale Gefahr, dass sie verfolgt wurden, doch durch sein langes Manöver des „verfranzen“ wie es Hawkins so gern nannte, hoffte er Zeit und Raum gewonnen zu haben. Außerdem sollte es etwaigen Verfolgern in der Steinwüste schwerer fallen, sie an Hand von Spuren zu verfolgen. Er sah kurz einen Löwen der einen Gecko erlegt hatte. Gorm dachte daran, dass die Praetorianer nicht nur dieses Tier als Wappen hatten, sondern auch, abgesehen von der Tatsache dass sie nicht in diese Wüste gehörten, alle Eigenschaften dieses Wesens verkörperten.
Doch Indira IVwar nun mal eine Wüsten- und Savannenwelt, heiß, unerbittlich und lebensfeindlich. Nur die Rohstoffe, und derer gab es mehr als genug, waren es Wert sich mit diesem Planetensystem zu befassen. Das Adeptus Administratum, das Adeptus Mechanicus, ja sogar die Freihändlergilden hatten wegen der Bergbaukonzessionen mehrere Stützpunkte auf dem Planeten errichtet. Und nun lag es in den Händen der Soldaten der Imperialen Armee diese Privilegien und Einrichtungen zu beschützen. Denn auch wenn Delija ein Teil des Imperiums war, so gab es leider Gruppierungen und Elemente im ganzen Sub -Sektor, die mit diesem Fremdanspruch nicht einverstanden waren und sich zur Wehr setzten. Eine dieser Gruppierungen verfolgte sogar ganz eigene Pläne und lebte nach einer alten Prophezeiung, dass ein Erlöser, der Amradawisch, kommen würde, der sie von dem Joch der Unterdrückung befreien sollte. Das Klischee war nicht neu, dennoch brutale Realität. Aber nicht alle Mogule und Radschas von Indira IVlegten die alten Schriften so aus. Die Mogulherren von Jor hatten den Hohen Senat von Terra um Hilfe gebeten und Terra hatte durch die harte und disziplinierte Hand Praetorias geantwortet. Gorm wendete sein Pferd und ritt der trägen Staubwolke hinterher. Das Klirren der Waffen und das Quietschen der Ledersättel waren nicht zu überhören und war ein beständiger Begleiter. Er ritt an der Kolonne vorbei, zurück an die Spitze neben Hawkins.
„Ich frage mich, warum Major Wimsay gerade uns auf diese Patrouille geschickt hat“, murmelte er zum wiederholten Mal. Hawkins antworte nicht direkt, wie stets. Er war schon lange bei den Rotröcken, wie man die Praetorianische Garde zu Hause liebevoll nannte. Und sie waren auch hier auf Indira IVdie Garde, auch wenn der rote Rock dem beige und khaki der Wüste gewichen war.
„Der Imperator beschützt“, brummte Hawkins als Antwort und überraschte Gorm damit.
„Seit wann kümmerst du dich um deinen Glauben?“, fragte er verwundert.
„Seit dem mich der Colonel gebeten hat, dich nicht aus den Augen zu lassen, Junge, und da habe ich gelernt, das ein Glaube vor deinen Eskapaden schützen kann“, er grinste.Gorm verzog das Gesicht.
„Viscount Sidmouth hat das Versprechen, dass er meinem Vater gegeben hat, offenbar sehr ernst genommen, wie?“ er grinste und gab seinem Tier die Sporen. Der Trupp viel in einen leichten Trab, der sowohl Mensch als auch Tier ein wenig beflügelte. Wobei die Aussicht auf eine nahende Heimkehr ebenfalls eine Rolle spielte.
* * *
Die Steinebene der großen Jhap-tal erstreckte sich wie ein breiter Gürtel zwischen der großen Sandwüste und der Ravi Shankar. Sie hatte die Querschnittform eines Tales, der Boden senkte sich von der Wüste kommend und hob sich zur Savanne wieder auf mehrere 100 Yards hin an. Die Kolonne hatte ein stabiles Tempo erreicht und passierte die Geröllfelder. Alte Karawanenwege nachten es der Kolonne nun einfach, das Steintor von Alap zu finden. Die Jhap-tal endete zur Savanne mit einem langen und großen Steinwall, dem Alla Rakha. Nach dem Angaben der Vermessungsbeamten des Adeptus Ministorums und den Prospektoren der Bergbaugilde, handelte es sich dabei um eine natürlich entstandene Steinverwerfung alter Vulkane. Jedenfalls erhoben sie sich wie ein Steinzaun mit hohen Zacken am Ende der Jhap-tal. Für Gorm war dies immer wieder ein erhebender und gewaltiger Anblick. Die Karawanenstraße machte vor der Erhebung, auf dem das Steintor lag, einen Knick nach Osten. Hier ließ Gorm die Eskadron halten und schickte Hawkins als Spähtrupp voraus. Er hatte schnell gelernt, dass auch die besten klassischen Taktiken der Garde auf Indira IVkeinen Wert hatten, wenn man sie falsch einsetzte. Das Ausspähen, auch wenn eine relative Sicherheit gegeben war, gehörte einfach dazu. Es dauerte nicht lange und der Trupp um Hawkins kehrte zurück. Der alte Sergeant Major schien nicht ganz zufrieden.
„Das Tor selbst ist frei, aber es nähern sich Reiter aus Nordwest. Wir konnten nicht erkennen wer.“
„Wir werden vorsichtig sein“, antwortete Gorm. Dann setzte die Eskadron die Anhöhe zum Tor hinauf und passierte es. Kaum das sie es durchquert hatten, wichen die sandigen und steinigen Böden der Jhap-tal dem niedrigen Savannengras. In einiger Entfernung standen bereits die ersten Gruppen von Kiefern, Zypressen und Zedern. In der Ferne schimmerten die Khandraberge der Mittagssonne. Gorm ließ Wachen aufstellen und den Rest der Eskadron in einiger Entfernung zum Tor absitzen und in Schützenstellung gehen. Gorm selbst stellte sich, auf einem Grashalm kauend, an den Straßenrand und prüfte die Kapazität der Zellen seiner Laserpistole. Er hatte bereits einige Kampfhandlungen durch gestanden, doch die Nervosität musste er immer noch bekämpfen. Wenn du aufhörst, nervös zu sein, hatten die Dozenten von Sandringhurst stets gebetsmühlenartig wiederholt, dann hörst du auf, gut zu sein. Dennoch entspannte er sich merklich, als er die Banner und Fahnen der ankommenden Reiter erkannte.
„Es sind die Attilaner!“, rief er Hawkins zu und wenige Augenblicke später ritt eine ganze Schwadron dieser wilden Reiterkrieger in den Farben des Imperiums heran. Ein Reiter löste sich von der Spitze und blieb vor Gorm stehen. Ein mächtiger Schnurr- und Kinnbart teilte das Gesicht, in dem sonst nur die schräg stehenden Augen und die bronzene Haut dominierten.
„Amir Khan!“, rief Gorm und salutierte gegenüber dem Führer der Gruppe, einem Offizier im vergleichbaren Rang eines Captains. Die Attilaner waren wilde Reiterkrieger, die im Dienst des Imperiums standen. Sie hatten das Gefecht zu Pferde perfektioniert. Diese Einheiten waren dem 20ten Praetoria während des Feldzuges angegliedert worden.
„Der junge Lieutenant!“, begrüßte ihn Amir Khan mit seinem harten, niedergothischen Dialekt. Amir Khan sprang vom Pferd und reichte Gorm den Arm. Der praetorianische Lieutenant kannte die Sitte sich am Ellbogen zu berühren als eine intimere Form des Grußes.
„Was gibt es neues, Amir Khan?“ fragte Harno. Der Attileaner lächelte milde.
„Vieles ist in Bewegung. Zuviel um es in wenigen Minuten auszusprechen“, antwortete er. Gorm schaute ihn enttäuscht an.
„Wenn es soviel ist, dann sag mir wenigstens, wohin man euch kommandiert hat?“Der Attileaner runzelte die Stirn.
„Ihr wart 6 Tage fort, also könnt ihr es nicht wissen. Die Mandraken haben im Süden mehrere Dörfer überfallen. Wir haben den Auftrag eine Vergeltungsaktion durchzuführen“, Amir Khan nahm die Zügel seines Pferdes, dass die ganze Zeit fast regungslos neben ihm gestanden hatte.
„Es geht das Gerücht um, dass der Lord General eine Garnison in Calandra errichten will“, fügte er hinzu, während er sich in den Sattel hob.
„Ihr solltet euch beeilen und heute noch zum Hauptquartier zurückkehren“, er ließ sein Pferd im Kreis gehen. „Sehen wir uns in Khandrapur?“, fragte Gorm.
„Spätestens zum Fest des Safrans“, rief Amir Khan und galoppierte davon. Gorm sah ihn das Steintor passieren, dann war der Attileaner verschwunden.
* * *
Einige hundert Meilen oberhalb dieses Geschehens auf dem Planeten, machte sich die praetorianische Militärfregatte Minota im Schatten des Schlachtschiffs Royal Oak für das Andockmanöver an der Raumstation Restpoint Station bereit. Der Name Restpoint war aus der eigentlichen Bezeichnung Recovery Standard Process von den Soldaten und Matrosen der imperialen Navy zusammen geschmolzen worden und schnell in den bürokratischen Dienstkanälen zur Anwendung gekommen. Die Minota hatte vier Reservekompanien für das 20te Praetoria, zwei Panzerschwadrone, ein Korps des Adeptus Administratums, mehrere königlich-praetorianischen Kolonialbeamte und einige nichtmilitärische Reisende an Bord. Diese waren im Achterdeck untergebracht. Die Reisenden hatten einen langen Weg durch das Immaterium und fast das gesamte praetorianischen Kolonialreich hinter sich gebracht. Den Deliha Sektor hatten sie bereits vor 10 Wochen erreicht, doch das Indira Primär System war von den Grenzen noch weit entfernt.Deveraux hatte einen wunderschönen Ausblick auf den Planeten unter sich. Er konnte sich jetzt bereits vorstellen, dass Wasser und Kälte hier besondere Kostbarkeiten waren. Ein leichter blauer Gürtel lag über der Atmosphäre doch darunter war der Planet Indira IV eine wahre goldgelbe Kugel mit kleinen dunkleren Flecken. Die Dschungel des Äquators waren nicht zu erkennen. Hier aus dem All betrachtet, war er einfach nur makellos schön.
Er nippte an seiner kleinen Feldflasche mit Whisky. Nebenan hörte er das seit fünf Stunden andauernde und unerbittliche sägende Schnarchen seines Assistenten. Plötzlich piepte es. Erst einmal, dann mehrmals. Das Schnarchen wurde unregelmäßig, brach dann, zusammen mit dem Piepton ab. Dax war wach. Deveraux´s eigener Wecker machte sich ebenfalls bemerkbar. Schneller werdend und laut hallte er in der Kabine. Deveraux´s Hand ging an das Gerät und schaltete es aus. Er war schon seit einigen Stunden wach, hatte in der Koje gelegen und Berichte gelesen und beobachtete nun das Andockmanöver und die kalte, emotionslose Schönheit des Planeten. Außerdem hatte er schweigend der ehrfurchtgebietenden Kraft des Schlachtschiffs Royal Oak zugesehen. Das Vakuum des Raumes machte diese riesige Waffe der Flotte zu einem filigranen Machwerk. Der vergoldete Rumpf blitzte auf und lies den Löwenkopf Praetorias und den silbernen Imperialen Aquila zur Geltung kommen. Im Hintergrund der Royal Oak erschien nun ein dunkelgrüner Fleck auf dem Planeten.
Neben den äquatorialen Dschungeln gab es einen Bereich, welcher ebenfalls einem subtropischem Klima ausgesetzt war: der Mysop. Hier lag die Hauptmakropole von Indira IV und der Mysop war das erste Siedlungsgebiet der vor tausenden von Jahren hier eingetroffenen menschlichen Siedler gewesen. Zwei Flüsse teilten den Mysop in fruchtbare Regionen, der Mysore im Norden und der Mardas im Süden an den Nordhängen der Khandraberge, welche auch die südliche Grenze des Mysob - Gebietes bildeten. In der gesamten über mehrere tausend Quadratkilometer großen Region war durchweg ein so warmes Klima das hier sehr viel Ackerbau, Landwirtschaft und Viehzucht betrieben wurde. Die Tatsache das Indira IV zu einem Drittel aus Wüstenregionen wie der Großen und der Kleinen Reg bestand, schien die restlichen fruchtbaren Ressourcen geradezu in solchen Landschaften wie dem Mysob oder Ravi Shankra zu konzentrieren. Das beruhigende Geräusch des Subraumantriebs, der acht Decks und hundert Meter weiter hinter ihrer Kabine sein Werk versah, war das dominante Geräusch während des Fluges seit ihrer Ankunft in diesem System.
Sie waren vor 11 Standardtagen von Praetoria Prime aufgebrochen, hatten einen zivilen Transporter nach Angelus Major genommen und waren dort auf die Minota umgestiegen. Lord Cardigan und Inspektor Craddock hatten sie zur Chelmsfort Station, dem Praetorian Spaceport begleitet. Sie trugen jetzt Uniform, dass Pendant zu den Uniformen der Praetorianischen Garde mit Polizeiabzeichen. Deveraux´s Uniformjacke lag auf einem Stuhl. Daneben lagen sein Marschgepäck, eine Laserpistole im Holster und eine Projektilwaffe daneben.
Der Tropenhelm, der Standardhelm der Armeen Praetorias, auch gemeinhin gern „Pitty“ genant, lag auf dem Tisch. Kalter Rauch zog wie dichte Nebelschwaden in einem Tal, an der Decke der Kabine entlang. Die Abzeichen des königlichen Löwens auf dem Helm waren noch neu. Eine silberne Schatulle mit einigen kleineren grünen, goldenen und silbernen Datenspeichern lag offen auf dem Tisch neben dem Helm. Dazu ein Auspex und einen Datentafel. Das Licht war gedämmt und flackerte ab und an. Das Geräusch eines Feuerzeugs unterbrach das Brummen des Antriebs und bohrte sich als etwas neues, etwas anderes in die Geräuschkulisse. Deveraux ging rauchend zurück in die verdunkelte Ecke der Koje. Er legte sich hin und schloss die Augen. Es klopfte.
„Kommen sie rein, Dax“, brummte er. Das ziehen an seiner Zigarette ließ die Koje kurz aufleuchten. Ein orangeroter Ring der glühend wie die Morgensonne die Dunkelheit erhellte und Deveraux für einen kurzen Augenblick leicht in seinen Konturen darstellte, erlosch schnell wieder. Dax trat ein.
„Guten morgen, Sir“, sagte der junge Polizist eilfertig.
„Haben sie gut geschlafen?“, fragte Deveraux spitzfindig ohne dass der junge Polizist sich angesprochen fühlte.
„Besser als ich gedacht haben, Sir“, entgegnete Dax.
„Gut, dann machen sie sich fertig, ich denke wir werden in zwei Stunden auf dem Planeten sein“. Dax nickte.
„Ich könnte versuchen ein Frühstück zu organisieren“.
„Das ist eine sehr gute Idee, Dax. Machen sie es so“, in Deveraux´s Worten schwang eine gewisse Belustigung mit. Der junge Polizist machte sich auf den Weg. Deveraux nahm einen letzten Zug an seiner Zigarette und ging zur Hygienestation. Er zog die Hosenträger ab und begann mit einer Rasur. Seine müden Augen blickten träge in den Wandspiegel.
„Eigentlich hast du das nicht mehr nötig, John“ brummte er seinem Spiegelbild zu. Ja, Arbites, Polizeibeamte und vor allem Inspektoren in seinem Alter nahmen selten noch die Gefahren solcher Aufträge auf sich. Aber Deveraux war wohl noch nicht alt genug. Seine regulären Dienstzeiten bei Imperium hatte einen Stand erreicht, der es ihm ermöglichte den Einstieg in den Innendienst mit einem ruhigeren und weitaus sichereren Leben zu verbinden. Er hätte schon längst einen Polizeibezirk auf Scotia als Intendant übernehmen können, endlich seinen eigenen Whisky herstellen. Aber, die Emotionen, das Kribbeln wenn sich ein neuer Fall auftat. Deveraux verspürte immer noch die Herausforderung. Und dieser Fall hier, stand erst am Anfang. Er würde langsam und sorgsam vorgehen müssen. Er musste zwischen dem Kommissariat, dem Militär, der Regierung, den imperialen Behörden und der Inquisition taktieren. Die Geschichte um die Expedition nach Arslan III, soviel hatte er noch auf Praetoria herausfinden können, stand in Verbindung mit dem Indira Feldzug der Kandahar Field Force. Das nahezu alle Soldaten und Offiziere aus den Reihen der 114ten Husaren und des 20ten Praetoria stammten, war noch kein Hinweis, wenn auch eine mögliche Indizfeststellung. Nach den Daten im Hauptcogitator, war die Expedition nur nach Arslan III entsandt worden, weil man vermutete, ähnliche archaische und für den Feldzug gefährliche Artefakte zu finden wie auf Indira IV. Deveraux hatte die Liste von Colonel Wickers bekommen. Von den insgesamt 42 Expeditionsteilnehmern lebten nur noch 12 Männer. Interessanterweise alle sieben Offiziere, zwei Unteroffiziere und 3 Mitarbeiter des Adeptus Administratums. Er würde die Hände voll zu tun haben.
Die übernächtigten Augen fixierten das Spiegelbild. War es dass? War das der einzige Grund warum er sich auf solch eine Reise begab? Deveraux warf den Nassrasierer in das Becken und drehte sich zu dem Tisch um, auf dem der Helm und die Datenspeicher lagen. Er nahm eine Zigarette aus seinem Etui, blickte sie kurz an, dann schaute er wieder hinaus auf den Planeten. Er zerbrach die Zigarette. Auf Indira IVwürde er solche Albernheiten nicht gebrauchen können. 12 überlebende Männer. Lord Hamilton und Colonel Wickers waren bereits auf Praetoria befragt worden. Des Weiteren hatte man herausgefunden, dass einer der Adepten, ein Consularis Minores des Administratums nach Halberstadt IX versetzt worden war. Da dieser Planet im hintersten Winkel des Segmentum Ultimas lag, hatte Deveraux den Konsul ebenfalls bereits ausgeschlossen. Sobald er im Polizeihauptquartier von Khandrapur war, würde er Dax beauftragen den Aufenthaltsort der anderen 9 Männer ausfindig zu machen. Die Signallampe des Schiffskommunikationsgerätes leuchtet auf.
„Hier spricht das Kommandodeck“ war eine weibliche Stimme zu hören.
„Wir haben soeben angedockt. Die Passagiere werden gebeten, sich für das Verlassen des Schiffes vorzubereiten. Halten sie sich bitte zur Kontrolle bereit“ fügte die Stimme hinzu.
Die Lampe ging aus. Deveraux ging zu seiner Tasche, packte sie zusammen und legte sie neben die Tür.Er zog die beige Uniformjacke an, schloss die Knöpfe und den gesteiften Kragen und nahm den Helm in die Hand. Die Handschuhe schob er in das Koppel und wagte einen letzten Blick in den Spiegel.Dann öffnete er das Schott und trat in den Korridor hinaus. Dax, ebenso herausgeputzt wie er selbst, jedoch ohne die silbernen und goldenen Tressen und Rangabzeichen, stand bereits wartend vor seinem Quartier. Er nickte Deveraux zu. Mehrere Flottensoldaten scannten die Gepäcke. Ein junger Kommissar schritt hochnäsig an Deveraux und Dax vorbei. Sein lederner Mantel knirschte und knisterte steif. Deveraux seufzte kurz und wartete die Inspektion durch das Flottenpersonal ab. Die in braune Rüstungen gehüllten Sicherheitsleute waren eilfertig in den Gängen an bei der Arbeit.
„Ihre ID-Card, Sir“ forderte ein Sicherheitsmann Deveraux freundlich auf. Deveraux reichte sie ihm wortlos. Dasselbe tat Dax.
„Der Grund ihres Besuches, Mister….Dax?“, war die nächste Frage an seinen Assistenten. Diese blickte irritiert zu seinem Vorgesetzten, dann zu dem Wachmann. Deveraux nickte nur. „Wir führen Ermittlungen im Namen der Praetorian Central Investigation des Adeptus Arbites durch“, sagte Dax und wartete. Der Wachmann zögert.
„Gibt es ein Problem?“ fragte Deveraux freundlich und ruhig.
„Er hat keine Erlaubnis das Schiff zu verlassen, Sir“, sagte der Wachmann.
„Ich glaube das ist wohl ein Missverständnis, Constable Dax ist mein Adjutant…“, begann Deveraux. Der junge Kommissar schaltete sich ein.
„Auf Anordnung des Kommissariats ist es keinem Mannschaftsdienstgrad der Imperialen Armee und der Praetorianischen Garde gestattet, ohne VIS-Genehmigung in diesem Raumsektor zu reisen. Offensichtlich haben wir hier einen Deserteur…“, begann der Kommissar. Jetzt ging das schon wieder los. Jedes mal wenn er die Uniform an hatte, fluchte Deveraux. Er fixierte den Kommissar.
„Das ist ein Irrtum, wir sind nicht Mitglieder des Militärs. Ich bin Chief Inspector Deveraux und das ist mein Assistent Constable Dax. Wir sind mit polizeilichen Vollmachten auf dem Weg nach Indira IV und ich würde es begrüßen wenn wir dieses Missverständnis schnell aus der Welt hätten“, sagte Deveraux ruhig und bestimmt. Der Kommissar zwinkerte Irritiert, blickte zum Wachmann der nickte und dann wieder zu Deveraux.
„Nun gut, dann bitte…gehen sie weiter und stehen hier nicht so rum“, er drehte sich zu den nächsten Passagieren herum. Deveraux seufzte. Sie ließen ihr weiteres Gepäck scannen. Es dauerte eine kurze Weile, dann waren die Sicherheitsleute und der Flottenkommissar fertig und verschwunden.
„Na, dass kann ja noch heiter werden…“, murmelte Deveraux.
* * *
Die Regelmäßigkeit von tippenden Fingern auf einer Tastatur erfüllte den großen Raum. Nur das monotone Surren des Deckenventilators gesellte sich ab und an dazu. Ein Offizier saß hinter einem großen Mahagonischreibtisch und arbeitet an seinem Datencomputer. Rauch stieg von einer bereits ausgebrannten Zigarette in dem links neben ihm stehenden Aschenbecher auf. Er nahm einen Schluck Brandy aus einem Schwenker, seufzte und schrieb dann weiter. Die Tür am anderen Ende des Raumes wurde einen Spalt geöffnet und ein hochroter Kopf streckte sich hinein.
„Sir, Kommissar Drako ist da, es gab wohl an Bord der Minota noch Unstimmigkeiten, denen er sich hatte annehmen müssen.“
Der Offizier lehnte sich zurück und nickte.
„Soll reinkommen“, er schloss das Notebook und schob sich vom Tisch weg, dann stand er auf und machte sich eine neue Zigarette an. Dann lehnte er sich gegen die fordere Seite des Tisches und steckte die Hände provokativ in die Hosentaschen. Er hörte Stimmen von draußen und die Tür wurde geöffnet.
„Kommissar Vlad Drako, Sir“, sagte der Ordonnanzoffizier. Ein Offizier mit langem schwarzen Ledermantel und Schirmmütze, den allseits bekannten und gefürchteten Insignien des Kommissariats, betrat den Raum und ging zielstrebig auf den wartenden Offizier zu. Zwei Schritte vor ihm nahm er Haltung an und salutierte. Dieser wiederum reichte ihm die Hand, ohne die andere aus der Hosentasche zu nehmen. Kommissar Drako registrierte diese Herausforderung, beließ es jedoch dabei.
„Lieutenant Colonel“, sagte er nur kühl.
„Willkommen auf Indira IV, Kommissar“, sagte Wimsay und nahm einen Zug aus seiner Zigarette. Dann bot er Drako aus dem Humidor etwas an, was dieser freundlich ablehnte. Wimsay zuckte die Achseln.
„Darf ich ihnen ein Getränk anbieten?“ startete Wimsay einen zweiten Versuch. Doch auch dieses Mal lehnte Drako ab.
„Sir, Major Ross“, der Ordonnanzoffizier öffnete erneut die Tür und ein weitere Offizier, dieses Mal in der Uniform der Praetorianer, betrat den Raum. Er hatte seinen Helm unter den linken Arm geklemmt und strich sich kurz durch seinen rötlichbraunen Vollbart.
„Ah, Major Ross, bitte, darf ich vorstellen, Kommissar Drako, heute morgen eingetroffen und noch nicht durch die Annehmlichkeiten des Garnisonslebens belastet“, stellte Wimsay die beiden Offiziere vor. Der Spott in seiner Stimme war selbst für Ross kaum zu überhören.
„Kommissar, das ist Major Alfred Ross, einer unserer besten Bataillonskommandeure.“ Dann ging Wimsay zurück zu seinem Schreibtisch und holte einige Papiere heraus.
„Wie ich höre ist die Patrouille wieder eingetroffen?“, fragte er Ross. Der Major nickte stumm.
„Gut, dann wollen wir mal“, er nahm seine Koppel und schnallte sie sich um. Der Säbel baumelte erst Grotesk zwischen seinen Beinen und schlug gegen die Stiefel, bis Wimsay ihn gerichtet hatte.
„BARING“, brüllte er. Der Ordonnanzoffizier trat ein.
„Die Herren Harno sollen eintreten“, befahl er kurz und umrundete dabei seinen Schreibtisch mit einer braunen Holzkladde in der Hand. Kommissar Drako erhob sich. Er hatte das Prozedere schweigend beobachtet. Ihm waren solche Zeremonien bekannt, die Garde lebte davon. Es gehört dazu, Männer und Frauen zu animieren, sie moralisch zu stützten. Die Türen wurden abermals geöffnet und zwei junge Offiziere betraten den Raum. Drako wusste zwar, dass es Brüder waren, aber die Ähnlichkeit war dennoch verblüffend.
Der eine sah aus wie das jüngere Abbild des anderen. Erst beim zweiten Blick, erkannte man die markanten Unterschiede der Geschwister. Beide nahmen, die Helme unter den Armen, Haltung an und salutierten. Der ältere Bruder sprach, da er den höheren Rang hatte.
„Lieutenant Gorm Harno und Captain Gabriel Harno melden sich wie befohlen, Sir“. Seine Stimme war fest und gewohnt zu sprechen. Wimsay nickte.
„Lassen sie uns nicht mit Förmlichkeiten aufwarten“, begann Wimsay. Er öffnete die Kladde und holte ein Pergament heraus.
„Sie beide gehören seit geraumer Zeit zum Regiment und sind fester Bestandteil unseres Offizierkorps. Sie sind jung und haben gute Arbeit geleistet. Das Regiment und die Garde sind sehr Stolz auf sie beide“, er lächelte nun väterlich.
„Viscount Sidmouth hat mir die Ehre übertragen und ich freue mich sehr“, fuhr er fort und ging langsam auf Gabriel zu, den älteren der beiden.
„Gabriel, ich habe sie sehr lange beobachtet und sie wissen, dass ich eine hohe Meinung von ihnen habe. Sie werden, ihrem Wunsch gemäß, zu den 115ten Husaren abkommandiert. Sie übernehmen die zweite Schwadron. Darüber hinaus darf ich sie hiermit zum Major befördern“, er überreichte Gabriel eine Urkunde, die Rangschlaufen und das Pergament der Versetzung.
„Ich danke ihnen, Lieutenant Colonel“, sagte Gabriel.Dann wandte sich Wimsay an Gorm.
„Lieutenant, auch sie haben gute Arbeit geleistet. Ich habe hier ihre Beförderung zum Captain und neuen Befehlshaber der 3. Kompanie. Ich kenne sie zwar nicht so gut, wie ihren Bruder, aber das, was bislang von ihnen geleistet wurde, scheint dem Namen Harno zur Ehre zu gereichen“, er übergab auch Gorm die entsprechenden Urkunden. Major Ross und Kommissar Drako beglückwünschten die Brüder.
„Major Harno, sie werden mit dem 115ten um 0900 nach Aexe Cardinal eingeschifft. Ich glaube sie haben noch einiges zu erledigen“, sagte Wimsay und bedeutete damit, dass Gabriel gehen konnte. Major Ross bemerkte, dass Gabriel irritiert zu seinem Bruder blickte.
„Sie werden nachher noch Gelegenheit haben, sich voneinander zu verabschieden“, sagte Ross dann väterlich.
„Ihr Bruder muss uns leider noch etwas Gesellschaft leisten“, fügte er hinzu. Gabriel nickte, drehte sich herum und ging. Der Kommissar und Ross setzten sich und auch Wimsay machte anstallten sich wieder an seinen Schreibtisch zu setzen. Gorm`s Herz war nicht mehr zu bändigen. Er hatte Eindruck, dass jeder in diesem Raum das Pochen hören musste. Ein Lieutenant Colonel, ein Major und ein Kommissar und Gorm sollten diesem auserlesenen Kreis nun Gesellschaft leisten. Gabriel hatte ihn ernst angesehen sich jedoch nichts weiter anmerken lassen. Gorm wurde unsicher, da er nicht wusste was man jetzt von ihm erwartete. Als Wimsay sah, dass Gorm immer noch steif vor ihm stand lächelte er.
„Captain, bitte setzen sie sich doch“, sagte er und zeigte auf einen freien Sessel. Es schepperte und klingelte, als Gorm sich etwas unbeholfen in den Sessel quetschte. Ross verkniff sein Grinsen, in dem er den Kopf senkte. Drako blickte ausdruckslos und Wimsay hob die linke Augenbraue. Gorm bemerkte die Röte, die in sein Gesicht stieg, legte den Helm und die Urkunden auf seinen Schoß und bemühte sich um Kontenance.
„Nun gut, Captain Harno. Der Grund warum sie noch hier sind“, begann Wimsay und blickte in die Runde.
„…ist die derzeitige Situation auf Indira IV. Was sie nicht wissen ist, das unser Geheimdienst durch das Flottenkommando Tempestus in Bakka eine Nachricht abfangen konnte, dass die Kultisten des Chaos offenbar auf einigen Planeten Fuß gefasst haben. Laut Astrophat handelt es sich um Flüchtlinge aus den Cabal Systemen, die durch den Rimward der Sabbatwelten in unseren Cluster eindringen. Der Kreuzzug unter Macaroth dort hat zu neuen Offensiven angesetzt. Wir liegen jedoch offenbar nähr dran, als gedacht. Der ganze Indira Sektor scheint Kopf zustehen“, Wimsay endete und nahm einen Zug an seiner Zigarette um das Gesagte wirken zu lassen. Dann ergriff Major Ross das Wort
„Während ihrer Patrouille gab es mehrere Überfälle im Calandra – Bezirk.“ Gorm nickte.
„Ich traf auf Amir Khan, Sir“, entgegnete er eilfertig. Ross nickte. Drako horchte nun interessiert auf, als wenn er vermutete, die Attileaner hätten einen Frevel begangen.
„Ihr Auftrag steht mit dem Amir Khans in Verbindung“, sagte Ross.
„Ihnen wird das Kommando über die Calandra Sekundärgarnison übertragen. Sie werden morgen mit ihrer Kompanie und drei Sepoykompanien aufbrechen. Amir Khan wird seinen Stützpunkt ebenfalls nach Calandra verlegen und sollte sie dort erwarten. Sie werden den Oberbefehl übernehmen, Captain“, sagte Ross ruhig. Nun wurde es Gorm wirklich heiß und kalt zu gleich. Eine Eskadron führen war eine Sache, eine Patrouille anführen, eine andere. Dies hier, war sein erstes, richtiges Feldkommando.
„Kommissar Drako wird ihr politischer Offizier“, Gorm blickte zum dem Offizier in der dunklen Uniform. Er mochte höchstens fünf Jahre älter sein als er selbst, aber dennoch strahlte er bereits eine Aura der Erfahrung aus, die Gorm verunsicherte. Schlimmer noch war der kalte, schon eisige Ausdruck seiner blauen Augen. Gorm fröstelte, doch er hatte gelernt seine Gefühle zu unterdrücken und zu kontrollieren.
„Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit“, sagte Kommissar Drako.
„Ich fühle mich geehrt“, erwiderte Gorm und hoffte, dass seine Gedanken nicht bereits wie ein Werbeplakat an einer Litfass-Säule für jeden der Anwesenden sichtbar zu erkennen waren.
„Ich hätte gerne Sergeant Major Hawkins in meiner Kompanie, ist das möglich?“ Ross nickte.
„Ich gebe John ungern ab, aber sie und der Sergeant Major sind ein gutes Team.“Wimsay erhob sich.
„Der Maharadscha von Pitore beherrscht als ziviler Gouverneur den Calandra Bezirk. Sie haben natürlich alle notwendigen Vollmachten, dennoch sollten sie diplomatisch vorgehen. Die Familie des Maharadscha und die Bevölkerung Calandras sind treue Diener des Imperators. Wir wollen sie nicht unnötig dem Erzfeind oder alten Sagengeschichten in die Hände treiben“, er blickte zu Drako.
„Das betrifft auch den Kult. Die Ekklesiarchie hat den Delijakult anerkannt und daran werden wir nichts aussetzen“, er sah Drako eindringlich an und der Kommissar schien zu verstehen.
„Das Kommissariat hat sicherlich keine Gründe, dem zu wieder zu handeln“, sagte Drako kurz.
„Nun zu ihrem eigentlichen Auftrag“, begann Wimsay.
„Richten sie die Festung ein und etablieren sie ein geordnetes Polizeisystem. Aktivieren und verdoppeln sie die Streifen um Bezirk und räuchern sie die Widerstandsnester aus. Viscount Sidmouth will Lord Gordon den Kopf bieten und sie werden die erste Speerspitze in diesem Guerillakrieg bilden“. Die Nennung der Namen des Regimentskommandeurs und des Oberbefehlshabers der Armeegruppe Kandahar in einem Atemzug waren fast zu viel.
„Damit wäre dann alles gesagt. Captain Harno, Kommissar Drako, ich wünsche ihnen Erfolg“, er schüttelte beiden Hand. Dann verließen Drako und Harno den Raum. Als die Tür geschlossen wurde, ließ sich Ross in den Sessel zurückfallen und atmete entnervt aus. Wimsay blickte ihn fragend an.
„Was ? Glaubst du sie bekommen es nicht hin?“, er goss sich und Ross einen Cognac ein und setzte sich daneben.
„Sean, ich habe keine Ahnung, aber die beiden erinnern mich stark an zwei junge Draufgänger und ihrem ersten Kommando“, er hob sein Glas. Wimsay lachte und trank.

1 Kommentar:

Phönix hat gesagt…

Sehr schöner und vielversprechender Anfang. Der Leser wird gleich an die Szenerie gefesselt, nicht zuletzt wegen dem interessanten Schreibstil und flüssigen Erzählweise.
Ich freu mich bereits darauf, mehr von dieser Geschichte lesen zu dürfen und verbleibe voller Ungeduld
mit lieben Grüßen
der Drillsergeant^^